Liebe zu einem problematischen Partner
Juli 23, 2009 von Marcel
Kategorisiert unter Rund um die Beziehung
Es gibt viele Gründe für Probleme in einer Partnerschaft. Wichtig ist dann, zu wissen, wie man am besten damit umgeht und sich selbst auch ehrlich zu fragen,
warum man sich an einen problematischen Partner gebunden hat, und wie man gemeinsam die Schwierigkeiten meistern kann, ohne sich zu sehr für den anderen aufzuopfern.
Wenn sich Frauen problematische Partner aussuchen
Professor Dr. Guy Bodenmann, ein Paarforscher an der Universität Zürich, widerspricht der häufig anzutreffenden Unterstellung, dass mit einer Frau, die sich einen Problem beladenen Mann aussucht, automatisch irgend etwas nicht stimmen kann. Es muss nicht so sein, dass sie den Mann wegen seiner Schwierigkeiten liebt, sondern trotz der Dinge, die ihn belasten. Außerdem fühlen sich viele Frauen auch zu Partnern hingezogen, die über viel Reife verfügen. Die aber erwirbt man sich vor allem dadurch, dass man durch leidvolle Erfahrungen hindurchgeht.
Aber natürlich gibt es auch Menschen, die sich unbewusst einen problematischen Partner suchen, mit dem sie unbewältigte Kindheitskonflikte noch einmal durchleben und dadurch überwinden können.
Offenheit ist wichtig
Damit die Liebe nicht an den Problemen zerbricht, ist es wichtig, dass die Partner ehrlich zueinander sind. Steckt ein Mann zum Beispiel in Schulden, rückt damit aber nicht rechtzeitig heraus, ist das ein Vertrauensbruch. So etwas muss vor dem Entschluss, zusammen durchs Leben zu gehen, auf den Tisch. Unverzeihlich ist es auch, wenn ein Mann eine schwere Krankheit hat und seiner Frau davon nichts sagt. Irgendwann lässt sich dann eine Depression oder eine körperliche Erkrankung nicht mehr verheimlichen, und die Partnerin fällt aus allen Wolken.
Wer zu Beginn einer Beziehung die Karten offen auf den Tisch legt, hat bessere Chancen auf eine dauerhafte Partnerschaft als jemand, der mit Problemen so lange wie möglich hinterm Berg hält und den Partner bewusst täuscht.
Nicht nur geben, sondern auch nehmen
Sind die Schwierigkeiten nicht zu groß und nimmt man sich vor, sie gemeinsam zu überwinden, kann eine Beziehung durch Probleme gestärkt werden. Anders sieht es allerdings mit Dingen aus, die die Kräfte eines Partners einfach überfordern. Eine schwere Depression beispielsweise kann eine solche Überforderung darstellen. Wenn der eine Partner sich völlig aufopfert und immer nur gibt, ohne etwas zurückzuerhalten, ist das Gleichgewicht in der Beziehung gestört. Das tut keinem der Beteiligten gut. Ein Partner ist ständig ausgelaugt und der andere fühlt sich als Belastung.
Es ist wichtig, dass auch von einem kranken Partner noch etwas verlangt wird, auch wenn es vielleicht nur Kleinigkeiten sein können. Denn so stärkt man das Selbstwertgefühl des Partners und vermeidet, sich selbst zu überfordern oder in ein Helfersyndrom zu verfallen.
Nicht alle Probleme lassen sich überwinden. Bestimmte Erfahrungen wie sexueller Missbrauch können so traumatisierend sein, dass die Beziehung dadurch über Gebühr strapaziert wird. Dann sollte man entweder professionelle Hilfe in Anspruch nehmen oder sich gegebenenfalls auch ohne Schuldgefühlte von seinem Partner trennen.

